Welche Eismaschine für eine Cocktailbar?
Eisart, Kapazität und Aufstellung
In einer Cocktailbar ist Eis keine Nebensache, sondern eine Zutat. Es bestimmt, wie schnell der Drink verdünnt, wie er aussieht und wie zügig Ihr Barteam an einem vollen Freitagabend arbeiten kann. Dieser Ratgeber zeigt, welche Eisart zu welchem Drink gehört, wie viel Kapazität Sie wirklich brauchen und wo die Maschine stehen sollte.
Von Jos Menting, JMGT Großküchentechnik · Offizieller Hoshizaki-Händler · Zuletzt aktualisiert 15. August 2026
Kurz gefasst
Wählen Sie Würfeleis als Basis: hart, klar und langsam schmelzend, also berechenbare Verdünnung. Stellen Sie eine zweite Eisart daneben, wenn Ihre Karte das verlangt, etwa Cubelet für Crushed Drinks oder einen Kugelblock für Tumbler. Rechnen Sie die Kapazität auf Ihren stärksten Abend, nicht auf den Durchschnitt, und berücksichtigen Sie den doppelten Verbrauch pro Cocktail (Shaker plus Glas). Stellen Sie die Maschine dort auf, wo sie ihre Wärme abgeben kann und wo das Barteam nicht um sie herumlaufen muss.
Warum Eis in einer Cocktailbar eine Zutat ist
Jeder Cocktail, den Sie shaken oder rühren, wird während der Zubereitung verdünnt. Diese Verdünnung ist kein Unfall, sondern Teil des Rezepts: ohne Wasser ist der Drink scharf und verschlossen, mit zu viel Wasser ist er schlaff. Wie schnell das Eis schmilzt, entscheidet also unmittelbar darüber, ob das Glas so schmeckt, wie Ihr Barkeeper es gemeint hat.
Genau da liegt der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Eis. Hoshizaki formt jeden Würfel einzeln in einer geschlossenen Zelle mit eigener Frischwasser-Düse. Weil die Zellwände die Ausdehnung des gefrierenden Wassers von allen Seiten zurückhalten, wird der Würfel außergewöhnlich kompakt und hart. Kompaktes Eis hat weniger Oberfläche pro Kilo und weniger eingeschlossene Luft und schmilzt daher spürbar träger.
Ein zweiter, praktischer Punkt: hartes Eis bricht nicht im Shaker. Weiches Eis zerfällt, sobald das Barteam Kraft aufwendet, wodurch der Drink in Sekunden zu wässrig wird. Die Eisarten im Überblick: Eisarten in der Gastronomie
Welche Eisart zu welchem Drink passt
| Eisart | Wofür Sie es einsetzen | Hoshizaki-Linie |
|---|---|---|
| Würfeleis | Shaken, Rühren und Servieren in Long- und Shortdrinks. Das Arbeitspferd jeder Bar. | IM CUBE-Serie |
| Großer Block oder Kugel | Whisky, Negroni, Old Fashioned: alles, was langsam getrunken wird und nicht verwässern darf. | Special Ice Maker |
| Formeis (Stern, Herz, Zylinder) | Signature Serves und Präsentation, ohne manuelles Gießen und Lagern einzelner Formen. | Special Ice Maker |
| Cubelet-Eis | Crushed Drinks, Tiki, Juleps. Hart und trocken verpresst, klebt weniger schnell zusammen als Nugget. | CM-Serie |
| Nuggeteis | Mocktails, Softdrinks und weiche Serves; kaubares Eis, das Gäste schätzen. | FM-Serie |
| Scherbeneis | Displaykühlung, Austern und Flaschen auf Eis. Nicht für das Glas gedacht. | FM-Serie |
| Crescent-Eis | Softdrinks und Flaschenkühlung, wo Volumen wichtiger ist als Optik. | KM-Serie |
Die meisten Cocktailbars landen bei einer Hauptmaschine mit Würfeleis plus einer zweiten, kleineren Quelle für die Specials. Zwei vollwertige Maschinen sind selten nötig.
Wie viel Eis Ihre Bar wirklich braucht
Eine Cocktailbar verbraucht pro Gast deutlich mehr Eis als ein Restaurant, aus einem einfachen Grund: das Eis aus dem Shaker wandert in den Ausguss und das Glas bekommt anschließend frisches Eis. Rechnen Sie also mit doppeltem Verbrauch pro Drink.
1. Rechnen Sie mit dem stärksten Abend, nicht dem Durchschnitt
Eine Eismaschine, die den Durchschnitt schafft, lässt Sie genau an dem Abend im Stich, an dem Sie den meisten Umsatz machen. Nehmen Sie den stärksten Abend des vergangenen Jahres als Maßstab.
2. Kalkulieren Sie zwei Portionen pro Cocktail
Eine Portion zum Shaken oder Rühren, eine für das Glas. Für Tumbler-Serves mit großem Block gilt das anders: weniger Volumen, aber eine eigene Maschine oder ein eigener Vorrat.
3. Schauen Sie auf die Spitze pro Stunde, nicht pro Tag
Die Tagesproduktion sagt wenig aus, wenn alles zwischen 21 und 1 Uhr passiert. Der Vorratsbehälter überbrückt diese Spitze und muss groß genug sein, damit die Maschine vorproduzieren kann.
4. Korrigieren Sie für Terrasse und Saison
Warme Tage verdoppeln den Verbrauch und senken gleichzeitig die Produktion, weil die Umgebungstemperatur steigt. Rechnen Sie mit beiden Effekten zusammen.
Das vollständige Rechenmodell je Betriebstyp finden Sie unter Eismaschinen-Kapazität berechnen. Die Modelle nebeneinander sehen Sie unter Welche Hoshizaki Eismaschine brauche ich?
Die Ausführungen der IM CUBE-Serie
Die Würfelmaschinen von Hoshizaki gibt es in vier Ausführungen. Sie machen dasselbe Eis; der Unterschied liegt in Hygiene und Aufstellfreiheit. Für eine Bar ist dieser Unterschied relevanter, als er klingt, denn der Platz hinter dem Tresen ist selten ideal.
| Ausführung | Was sie ergänzt | Wann für eine Bar relevant |
|---|---|---|
| CUBE | Das Standardmodell der neuen Generation. | Ablauf an der richtigen Stelle und ausreichend Platz: dann genügt diese Variante. |
| FlexiCUBE | Integrierte Ablaufpumpe, damit die Aufstellung nicht am Ablaufpunkt hängt. | Barbereich ohne Ablauf an der gewünschten Stelle oder Maschine im Keller bzw. Nebenraum. |
| UltraCUBE | UV-Desinfektion des Wassertanks und des stehenden Wassers. | Betriebe mit langen Schließtagen oder hohen Hygieneanforderungen, wo Wasser steht. |
| EliteCUBE | UV-Desinfektion und Ablaufpumpe kombiniert. | Wenn beide oben genannten Punkte zutreffen. |
Die neue Generation hat zusätzlich eine über das Bedienfeld einstellbare Würfelgröße und Meldungen, wenn Wasserkreislauf oder Kondensator gereinigt werden müssen. Diese Meldungen sind in einer Bar Gold wert, weil dort Wartung strukturell als Erstes liegen bleibt.
Was wir hinter dem Tresen in der Praxis sehen
Bei Barinstallationen geht fast nie die Maschinenwahl schief, sondern fast immer der Standort. Der Klassiker: ein luftgekühltes Gerät, das eng in einen geschlossenen Schrank hinter dem Tresen eingebaut wird, mit der Spülmaschine daneben. An einem ruhigen Dienstag merkt das niemand; am ersten warmen Samstag ist der Behälter mitten am Abend leer. Die Maschine ist dann nicht defekt, sie wird ihre Wärme in einem ohnehin warmen Raum nicht los. Deshalb messen wir bei einer Barinstallation standardmäßig die Umgebungstemperatur am geplanten Standort, nicht in der Mitte des Lokals.
Der zweite Punkt ist die Laufstrecke. Eine Eismaschine drei Meter weiter im Nebenraum kostet pro Drink ein paar Sekunden und pro Abend eine Menge Aufwand. Barteams lösen das selbst, indem sie einen Eimer Eis vorab füllen, der dann ungekühlt steht, schmilzt und zusammenklebt. Besser ist eine kompakte Maschine oder ein gut gefüllter Vorratsbehälter in Reichweite, mit der großen Maschine als Nachfüllquelle im Hintergrund.
Und praktisch: lassen Sie den Wasserfilter nicht weg, weil der Barbereich eng ist. Hartes Wasser kostet Sie Klarheit, und Klarheit ist genau das, wofür Sie in einer Cocktailbar bezahlen. Was Kalk mit der Produktion macht, steht unter Hoshizaki Eismaschine entkalken.
Checkliste für die Aufstellung hinter der Bar
Nächster Schritt
Wir liefern Hoshizaki ab Lager und denken vorab bei Kapazität, Eisart und Aufstellung hinter Ihrer Bar mit.
Häufige Fragen
Welche Eisart eignet sich am besten für Cocktails?
Würfeleis ist die Basis nahezu jeder Cocktailbar: kompakt, hart und klar, dadurch schmilzt es langsam und gibt dem Drink genau die Verdünnung, die Sie wollen. Für Tumbler-Drinks und Whisky eignen sich ein besonders großer Block oder eine Kugel besser, weil sie noch träger schmelzen. Scherben- oder Nuggeteis gehört zu Crushed Drinks, Frozen Cocktails und der Displaykühlung, nicht in einen klassischen Shortdrink.
Warum ist klares Eis für Cocktails besser?
Klares Eis ist dichter und härter als trübes Eis. Hoshizaki gefriert jeden Würfel einzeln in einer geschlossenen Zelle mit eigener Frischwasser-Düse; die Zellwände halten die Ausdehnung zurück, wodurch der Würfel besonders kompakt wird. Kompaktes Eis schmilzt langsamer, der Cocktail wird also träger verdünnt und behält seine Balance länger. Trübes Eis enthält eingeschlossene Luft und Mineralien, schmilzt schneller und wässert den Drink ab.
Wie viel Kilo Eis braucht eine Cocktailbar pro Tag?
Deutlich mehr als ein Restaurant: ein Cocktail verbraucht Eis im Shaker und noch einmal im Glas, und der Shaker-Inhalt wandert in den Ausguss. Eine praktische Faustregel sind 0,5 bis 1 kg pro Sitzplatz an einem starken Abend, mit einem Vorratsbehälter, der mindestens eine halbe Tagesproduktion hält. Rechnen Sie außerdem mit dem stärksten Abend des Jahres, nicht mit dem Durchschnitt.
Was ist der Unterschied zwischen Nugget- und Cubelet-Eis?
Nuggeteis ist weich und kaubar und wird vor allem in Softdrinks und Mocktails geschätzt. Cubelet-Eis wird mit höherem Druck verpresst und kommt dadurch härter und trockener aus der Maschine: es verbindet Eigenschaften von Nugget- und Würfeleis. Für eine Bar mit vielen Crushed- und Tiki-Drinks ist Cubelet meist die praktischere Wahl, weil es weniger schnell zusammenklebt.
Kann ich eine Eismaschine unter der Bar aufstellen?
Ja, sofern Sie an Belüftung und Ablauf denken. Ein luftgekühltes Gerät muss seine Wärme abgeben können, also Freiraum rundum und kein geschlossener Schrank. Fehlt ein Ablauf an der passenden Stelle, hilft die FlexiCUBE-Ausführung der IM-Serie: sie hat eine integrierte Ablaufpumpe, mit der Sie die Maschine entfernt vom Ablaufpunkt platzieren können. Wir messen das vorab ein.
Kann eine Eismaschine Kugeln, Sterne oder große Blöcke herstellen?
Ja. Hoshizaki bietet neben den Standard-Würfelmaschinen eine Linie Special Ice Maker, die nach demselben Geschlossene-Zelle-Prinzip Kugeln, Sterne, Herzen, Zylinder sowie besonders große oder lange Blöcke formt. Für eine Bar, die sich über die Präsentation abheben will, entfällt damit das manuelle Gießen und Lagern einzelner Formen.
Weiterlesen